Ärztliche Therapieplanung und Terminplanung

Beschreibung einer Computerstützung bei der Therapieplanung und Terminplanung für Ärzte in Krankenhäusern, die SAP IS-H nutzen

Die zu lösende Aufgabe besteht darin, auf einfache Weise SAP-Fälle, Termine und Klinische Aufträge verändern und erweitern zu können.

Dabei mag man sich die folgende Situation vorstellen:

  • Der Arzt hat für einen Patienten einen Diagnose-/Therapieplan – in SAP als Fall, Termine und/oder Klinische Aufträge – vorliegen, der terminlich abgesichert ist (siehe dazu Einweisungskoordination).
  • Im Patientengespräch möchte der Arzt einige Termine und Aufträge verändern oder zusätzlich neu anlegen können. Insbesondere will er absichern, dass für die Durchführung dieser geänderten und neuen Termine freie Slots in den Leistungsstellen verfügbar sind.

Den Autoren ist bewusst, dass damit das Ansinnen propagiert wird, der Arzt möge Aufgaben übernehmen, die er normalerweise delegiert. Dieses Ansinnen scheint nur dann gerechtfertigt zu sein, wenn

  • die Diagnostik- und Therapieressourcen so knapp sind, dass im Falle einer Nichtverfügbarkeit alternative diagnostische Verfahren und Therapien gewählt werden müssen;
  • die Patienten mit ihren Interessenlagen einbezogen werden sollen;
  • der Prozess einfach gestaltet ist und der zusätzliche Aufwand für den Arzt minimal ist.

Ein Beispielprozess wird im Folgenden beschrieben:

  1. Der Arzt sieht den aktuellen Fall, die Termine und Klinischen Aufträge des Patienten als Auflistung (Patientenpfad), wie er es aus SAP IS-H kennt oder – anschaulicher – als Patientenpfadsicht. Die Patientenpfadsicht zeigt unter einer Zeitachse sowohl einen Bettenbelegungsbalken als auch kleine Dreiecke, die jeweils den Zeitpunkt eines Termins (oder Wunschtermins aus einem Klinischen Auftrag) angeben. Damit ist es möglich, den Durchlauf eines Patienten durch die Klinik als Ganzes grafisch zu visualisieren.
  2. [Therapieplanung: Patientenpfad und Patientenpfadsicht vor der Erweiterung]Therapieplanung: Patientenpfad und Patientenpfadsicht vor der Erweiterung

  3. Aus der Liste der verfügbaren Terminarten wählt er die gewünschte Therapie oder Untersuchung und zieht diese auf eine Position im Patientenpfad.
  4. [Therapieplanung: Terminauswahl auf Patientenpfad ziehen]Therapieplanung: Terminauswahl auf Patientenpfad ziehen

  5. Das System sucht nun einen freien Slot für den gewünschten Termin, der zeitlich nach dieser Position und vor der Folgeposition liegt und belegt den Slot:
  6. [Therapieplanung: Patientenpfad und Patientenpfadsicht nach der Erweiterung]Therapieplanung: Patientenpfad und Patientenpfadsicht nach der Erweiterung

Im Resultat sieht man anschließend, dass der Patientenpfad nun zwei Termine (Dreiecke) statt wie bisher einen Termin (ein Dreieck) hat.

Findet der Rechner keinen Termin in diesem Intervall, erscheint eine Meldung und der Arzt kann eine andere Entscheidung treffen. Es gibt dann einfache Möglichkeiten, vorhandene Termine zu stornieren oder zu verschieben.

Unabhängig davon ist es möglich, alle relevanten SAP-Termine zum Exchange-Server zu übertragen und den Sekretariaten und Ärzten z.B. in Outlook-Kalendern anzuzeigen. So können Kollisionen mit anderen Terminen der Ärzte (Weiterbildung, Urlaub,…) alarmiert werden (siehe dazu MS Exchange Einbindung).